Zusatzinformationen
& Tipps
Niem
- Azadirachta indica
Niem (Neem) ist ein tropischer Baum
der aus Burma und Indien stammt. Schon nach 3 bis 5 Jahren
bekommen die Bäume ihre ersten Blüten. Nach der
Blüte bilden sich kleine Früchte.Sie wachsen zur
Größe von Oliven heran. Im reifen Zustand werden
sie dann gelblich und weich, jetzt können die Früchte
geerntet werden. Niemsamen sind hervorragend als Schädlingsbekämpfungsmittel
geeignet, denn Niem enthält ein Wirkstoffgemisch aus
ca. 40 verschiedenen Inhaltsstoffen. |
| Es
greift das empfindliche Hormonsystem der Insekten an und führt
damit zu Entwicklungsstörungen im Wachstum der Insekten.Dieses
unterscheidet sich völlig von dem des Menschen,
deshalb sind Niemprodukte für Menschen und Warmblüter
vollkommen ungiftig. Niem wirkt gegen nahezu alle fressenden
und saugenden Schädlinge an Pflanzen: weiße Fliege,
Thripse, Spinnmilben, Blattläuse, Kartoffelkäferlarven,
Dickmaulrüssler und Schmetterlingsraupen. |
Steckbrief für einen Baum
Auf den ersten Blick könnte man den
tropischen Niembaum sogar für eine einheimische Pflanze halten.
Seine Blätter sind gefiedert, der ganze Baum erinnert an eine
Esche. Allerdings könnten wir dem Niembaum nicht zufällig
begegnen, denn er ist extrem kälte- und nässeempfindlich.
Lediglich den
Hochsommer würde er bei uns im Freien überstehen.
Der Niembaum gehört zur Familie der Mahagonigewächse,
den sogenannten Meliaceae. Unter trocken-heißen Bedingungen
wachsen Niembäume extrem schnell. Nach knapp einem Jahr sind
die Bäume drei bis vier Meter hoch. Im Freiland können
sie sich zu stattlicher Größe entwickeln: Sie werden
bis zu 30 Meter hoch, und ihre Krone kann 20 Meter weit ausladen.
Schon früh, nämlich bereits nach
drei bis fünf Jahren, bekommen sie ihre ersten Blüten.
Diese sind weiß und erinnern an die von Flieder, allerdings
sind sie zierlicher und sitzen nicht so dicht beieinander. Ihr leicht
aromatischer Duft lockt verschiedene Insekten, zum Beispiel auch
Bienen an.
Nach der Blüte des Niembaums bilden sich die kleinen Niemfrüchte,
die ähnlich wie die Blätter auf kurzen Stielchen an einem
Zweig hängen und
zunächst grün gefärbt sind. Die Früchte wachsen
zur Größe von Oliven heran und unterscheiden sich auch
in der Form kaum von ihnen. Im reifen Zustand werden sie dann gelblich
und weich. Jetzt können sie geerntet werden.
Nur wenigen Menschen
gelingt es übrigens, eine solche Frucht mit uneingeschränktem
Genuß zu essen. Die Kerne schmecken so bitter, daß
selbst die bitterste Arznei dagegen noch wohlschmeckend erscheint.
Weil das schmackhafte Fruchtfleisch sich aber nur sehr schlecht
vom Kern lösen läßt, beißt man beim Essen
leicht mal auf den Kern.
Geschichte des Niembaums
Das Wort “Niem” stammt übrigens aus dem Sanskrit,
dem Ursprung aller indoeuropäischen Sprachen, und bedeutet
übersetzt “der Heilspender und Krankheitserleichterer”.
Bereits in 3500 Jahre alten religiösen Aufzeichnungen wird
der Niembaum in diesem Zusammenhang erwähnt. In seiner Heimat
Myanmar (Burma) bzw. Indien wird er seit jeher als Gesundheitsspender
für Pflanzen, Tiere und Menschen regelrecht verehrt. Da der
Niembaum gerade für Menschen in punkto Gesundheit Enormes zu
bieten hat, trägt er mancherorts sogar den Beinamen “Dorfapotheke”-
zu Recht, denn viele der überlieferten Rezepte halten auch
einer wissenschaftlichen Überprüfung stand.
Ein Baum reist um die Welt
Zur Zeit wachsen etwa 18 Millionen Niembäume
in Indien, und mittlerweile haben sie sich in nahezu ganz Südostasien
verbreitet. Gleichzeitig wurde er in allen anderen heißen
Ländern unserer Erde importiert. Zunächst gelangte er
per Schiff nach Westafrika, wo die Menschen den anspruchslosen Baum
nicht zuletzt als Spender von Feuerholz schätzen lernten.
Die Niembäume gedeihen auch noch an den
Stellen, an denen sich die Sahara erbarmungslos ausbreitet. In den
heißen afrikanischen Ländern wurde der Niembaum schnell
zur begehrten Pflanze. Niger, Nigeria, Ghana, aber auch ostafrikanische
Staaten wie der Sudan begrünen ihre Städte und Parkanlagen
mit Niembäumen. Schatten ist in diesen Teilen der Welt, wo
in der prallen Sonne extreme Temperaturen herrschen, ein unschätzbares
Gut. In diesem Jahrhundert erreichten die Niembäume den amerikanischen
Kontinent. In Nicaragua, Honduras, Kuba und in der Dominikanischen
Republik wird der Niembaum in großem Stil angebaut; in Venezuela
wird der Niembaum zur Zeit etabliert. In Nordamerika, wie auch in
Europa, ist es für den Niembaum allerdings zu kalt, lediglich
in Florida wachsen einzelne Bäume.
In der Wüste wächst ein
Baum
Im Norden Venezuelas, in der Gemeinde Dabajuro,
existiert seit einigen Jahren ein Niemprojekt der Friedrich-Naumann-Stiftung.
Obwohl der Norden Venezuelas schon immer eine extrem heiße Zone
war, hat sich der Zustand der Böden durch fortschreitende Erosion
und Versalzung drastisch verschlechtert. Das liegt weitgehend daran,
daß viele Menschen in den siebziger Jahren ihre ländliche
Heimat verließen und in die großen Städte abwanderten.
Der Ölboom und die enormen Verdienstmöglichkeiten hatten
die Menschen damals aus ihren Dörfern gelockt. Heute sind die
meisten
Ölquellen Venezuelas versiegt. Eine Rückkehr aufs Land gestaltet
sich jedoch schwierig, da in der Zwischenzeit die Erde von Wind und
Wetter völlig ausgelaugt wurde. Selbst auf diesen fast toten
Böden konnte sich der Niembaum behaupten.
Für die Aufzucht der Bäume in dem trockenen Klima auf sandigen
Böden muß selbst der Niembaum zunächst bewässert
werden. Allerdings reicht hier eine simple Berieselung aus. Nach einem
einfachen System wird das Wasser über Schläuche aus einem
nahe gelegenen See gepumpt. Innerhalb von fünf Jahren sind aus
den ursprünglich 6000 Niembäumen inzwischen ca. 11000 geworden.
Unter anderem werden die Niembäume sogar von Vögeln verbreitet.
Diese essen die Früchte und scheiden die Kerne wieder aus. An
der Stelle, an der die Vögel ihr Geschäft gemacht haben,
entwickeln sich die Samen dann zu neuen Niembäumen. Zu Beginn
des Niemprojekts wollten die Betreiber zunächst lediglich die
Erosion stoppen. Gleichzeitig sollte im Schatten der Bäume wieder
Landwirtschaft betrieben werden. Dieses Ziel ist längst erreicht.
Inzwischen produzieren die Bäume so viele Früchte und damit
Samen, daß jetzt daraus bereits ein biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel
gewonnen werden kann. Auf der Finca werden die Samen getrocknet und
mit einerhandbetriebenen Mühle gemahlen. Aus diesem Mehl lösen
sich die Wirkstoffe leicht mit Wasser heraus. Mit dem wäßrigen
Extrakt können dann sämtliche Pflanzen, die von Läusen
oder anderen Schmarotzern befallen sind, besprüht werden.
Information über NIEM-Öl
Das NIEM-Öl wird durch schonende Preßung des gemahlenen
NIEM-Samen gewonnen. Der Ölanteil der Samen liegt etwa bei 40
bis 50 Prozent und macht den NIEM-Baum zu einem wichtigen Öllieferanten.
NIEM- Öl ist bei Temperaturen unter 23° Celsius fest - ähnlich
wie Margarine. Durch kurzes Aufwärmen im Wasserbad (nicht mehr
als 50° Celsius) wird das Öl wieder gut flüssig. NIEM-Öl
hat einen sehr markanten, knoblauchartigen Geruch. Das Öl besteht
hauptsächlich aus Glyceriden der Palmitin-, Stearin- und Linolsäure
und ist damit chemisch dem Öl der Sojabohne oder der Olive ähnlich.
Die im NIEM-Öl enthaltenen Bitterstoffe und bestimmte Schwefelkomponenten
vergällen den Geschmack und sorgen für den strengen, knoblauchartigen
Geruch. In Indien wird NIEM-Öl vor allem zu Haushaltsseife verarbeitet.
Wegen seiner antiseptischen Wirkung eignet sich NIEM-Öl auch
hervorragend für medizinische Seifen und Pharmazeutika wie Salben,
Packungen und Einreibemittel. Außerdem findet es in Cremen,
Lotionen und Shampoos Verwendung.
Inzwischen testen Wissenschaftler NIEM-Öl auch erfolgreich als
Schädlingsbekämpfungsmittel. Welche Inhaltsstoffe im Öl
für die Wirksamkeit verantwortlich sind, ist bisher noch nicht
eindeutig nachgewiesen. Auf jeden Fall ist zu beachten, Daß
die NIEM-Öl-Konzentration bei der Anwendung 1 % (10 ml auf einen
Liter) nicht übersteigt. Für viele Insekten hat NIEM-Öl
einen abstoßenden Geruch. Deshalb wird es auch gerne Mückenabwehrmitteln
beigesetzt. Vor einer Anwendung direkt auf der Haut empfiehlt sich
in jedem Fall ein Allergietest. Einen Tropfen in der Armbeuge verreiben
und eine etwaige Hautreaktion abwarten. Dies sind nur einige wenige
Beispiele für den Einsatz von NIEM-Öl. Nähere Informaitonen
mit vielen Tips und Rezepturen können Sie im Buch „Wunderbaum
NIEM“ nachlesen. Dieses verständlich geschriebene Buch
von Ellen Norten ist bei uns oder im Fachhandel für EUR 10,55
erhältlich.
Rezepte & Anwendungen
Niemspritzbrühe gegen Schadinsekten und Spinnmilben
50 g gemahlene Niemsamen auf 1 Liter kaltes oder lauwarmes Wasser
geben und umrühren. Die Brühe 3 bis 12 Stunden ziehen
lassen, dann zuerst durch ein feines Küchensieb, anschließend
durch einen Nylonstrumpf filtern. Sollten noch gröbere Schwebstoffe
in der Brühe sein, filtern Sie erneut durch den Nylonstrumpf.
Geben Sie die Brühe in eine Sprühflasche und besprühen
Sie die Pflanze von allen Seiten, insbesondere auch die Blattunterseiten.
Den verbleibenden Niemschrot können Sie als Streugut verwenden,
in den Boden einarbeiten oder dem Kompost zugeben. Anwendung 1 mal
pro Woche. Kontaktwirkung gegen Schädlinge.
TIP: Mit den EVONA Niem-Extrakttabletten kommen Sie einfach und
schnell zu einer kleinen Menge wässrigen Niem-Extakt. Besonders
gut pflanzenverträglich im Gegensatz zu Präparaten auf
Niemöl-Basis.
Gießwasser aus Niempreßkuchen
für Beete und Zimmerpflanzen
30 g Niempreßkuchen mit 1 Liter heißem Wasser aufgießen,
dann umrühren und 3 Stunden ziehen lassen. Anschließend
nochmals gut umrühren und für die Verwendung im Freiland
sofort gießen. Für Zimmerpflanzen sollte die Brühe
durch ein Küchensieb und ggf. auch durch einen Nylonstrumpf
gefiltert werden, weil der Schrot sonst auf dem Boden antrocknet
und eine feste Schicht bildet, die das Wasser nur schwer durchläßt
und außerdem einen etwas strengen Geruch entwickelt. Den Filterkuchen
können Sie als Bodenhilfsstoff oder für den Kompost weiterverwenden.
Anwendung 1 mal pro Woche. Systemische Wirkung gegen Schädlinge.
Niempreßkuchen zur Schneckenabwehr
Pro 1 m² Boden streuen Sie 50 g Niempreßkuchen
direkt auf die Beete, evtl. auch auf die Pflanzen. Streuen Sie Niempreßkuchen
so, daß die Pflanzen von einem Ring oder kleinen Wall umgeben
sind. Anwendung einmalig bei Bedarf, Kontaktwirkung.
Niempreßkuchen als Bodenhilfsstoff
für Beete und Zimmerpflanzen
Mischen Sie bei Aussaaten und Keimlingen 10 g, bei älteren
Pflanzen 30 bis 50 g Niempreßkuchen mit 1 kg Pflanzerde. Zu
diesem Gemisch können Sie insbesondere für Zimmerpflanzen
noch ein Drittel Kokosfasern geben. Anwendung einmalig pro Saison,
systemische Wirkung.
Niempresskuchen gemahlen - als
Düngemittel, Pflanzennährstoff, gegen Schnecken
Das ist geschälter und entölter Niemsamen und zur Einarbeitung
in der Boden geeignet. Er eignet sich hervorragend als Düngemittel.
Er enthält vergleichsweise hohe Konzentrationen an Pflanzennährstoffen
wie Stickstoff, Phosphor, Kalium, Kalzium und Magnesium. Außerdem
enthält der Presskuchen fast den gesamten Anteil an wertvollen
Limonoiden. Damit werden zugleich im Boden lebende Pflanzenschädlinge,
z.B. an den Wurzeln bekämpft. Als Bodensatz benötigt man:
Bei Aussaaten und Keimlingen: 10 g pro kg Erde, Bei Altpflanzungen:
bis zu 50 g pro kg Erde
Gegen Schnecken: Streuen Sie den Niempresskuchen auf dem Beet aus.
Es braucht nur eine ganz dünne Schicht zu sein. Die Schnecken
haben eine so große Abneigung gegen den Niempresskuchen, dass
sie dem Beet fernbleiben.
Niemöl und Natriumhydrogencarbonat
(Speisesoda) als Spritzmittel gegen Mehltau
Pro 1 Liter Wasser 5 g kaltgepreßtes Niemöl im Wasserbad
erwärmen, bis es sich verflüssigt hat. Das flüssige
Öl mit 1,5 g Emulgator (Mengenverhältnis etwa 4 Teile
Niemöl zu 1 Teil Emulgator) vermengen, bis sich eine homogene
Emulsion gebildet hat. 2,5 g Natriumhydrogencarbonat (Natron) in
einem Teil des Wassers auflösen und nach und nach zur Emulsion
geben. Anschließend mit dem restlichen Wasser mischen und
gut durchrühren. Geben Sie die Brühe in eine Sprühflasche
und schütteln Sie die Flasche nochmals kräftig. Sprühen
Sie nicht nur betroffene Teile, sondern die ganze Pflanze ein. Anwendung
bei Befall 1 mal pro Woche, Kontaktwirkung.
Niemöl kaltgepresst - gegen
Mehltau an Gurken, Äpfeln, Stachelbeere, Obstbäumen.
Wird aus dem Samen des Niembaumes gewonnen. Es hat eine dunkelgelbe
Farbe und verfestigt sich bei Temperaturen unter 23° C. Wasser
und Öl verbinden sich nur mit Hilfe eines Emulgators.
Emulgator für Niemöl: Rimulgan, besonders mild, aus Rizinusöl
gewonnen. Sorgt für eine gleichmäßige und feine
Verteilung auf den Blättern.
Anwendung: für 100 ml Niemöl benötigen Sie 25 ml
Rimulgan
Vormischung - Niemöl-Emulgator-Gemisch: 100 ml Niemöl
auf ca. 30 - 35° C Wasserbad erwärmen. 25 ml Rimulgan dazugeben
und durch kräftiges Schütteln vermischen.
Rezept für weichblättrige Pflanzen: Gurken und anderes
Gemüse
5 ml Niemöl-Emulgator-Gemisch mit 1 L Wasser aufgießen.
Mit Pumpsrühflasche alle 10 Tage aufbringen.
Rezept für hartblättrige Pflanzen: Rosen, Sträucher,
Zimmerpflanzen
10 ml Niemöl-Emulgator-Gemisch mit 1 L Wasser aufgießen.
Mit Pumpsrühflasche alle 7-10 Tage aufbringen.
Viel Spaß beim Gärtnern und üppiges Grün
wünscht das Team von EVONA
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